Ratgeber Baufinanzierung

Formen der Anschlussfinanzierung

Die Anschlussfinanzierung sorgt nach dem Ende der Zinsbindung bei einer Immobilienfinanzierung für den Ausgleich der Restschuld. In der Regel gelten Sie bei der Anschlussfinanzierung für die Banken als willkommener Kunde, da Sie bereits über Jahre hinweg die monatlichen Raten regelmäßig gezahlt und Ihre Bonität unter Beweis gestellt haben. Somit besteht eine gute Ausgangslage, um günstige Konditionen zu erhalten. Mit welcher Form der Anschlussfinanzierung Sie fortfahren sollten, ist dabei jedoch individuell zu entscheiden. Folgende Möglichkeiten der Anschlussfinanzierung sind gegeben:

  • Forward-Darlehen
  • Prolongation (Verlängerung des ursprünglichen Vertrags)
  • Umschuldung

Mit dem Forward-Darlehen frühzeitig günstige Zinsen sichern

Ein Forward-Darlehen ist die ideale Möglichkeit, sich bei entsprechender Marktlage günstige Zinsen für die Zukunft zu sichern. Das Forward-Darlehen kann bis zu 66 Monate vor dem eigentlichen Beginn der Finanzierung abgeschlossen werden. Somit können Sie sich für fünf Jahre im Voraus günstige Konditionen festschreiben lassen. Das ist natürlich dann sinnvoll, wenn – wie es aktuell der Fall ist – in den nächsten Jahren mit steigenden Zinsen zu rechnen ist. Sie schließen den neuen Kreditvertrag zu aktuellen Konditionen jetzt ab, dieser gilt dann aber erst in einigen Jahren.

Läuft Ihre Zinsbindung der Baufinanzierung also in den nächsten fünf Jahren aus, kann ein Forward-Darlehen sinnvoll sein. Dabei müssen Sie bedenken, dass die Banken einen Zinsaufschlag erheben, um sich selbst gegen steigende Zinsen abzusichern. Dieser Aufschlag ist abhängig, je weiter der Beginn der neuen Finanzierung in der Zukunft liegt. Ein gewisses Risiko gehen Sie mit dem Forward-Darlehen daher ein, weil

  • Die Zinsen in der Zukunft eventuell doch nicht so stark steigen wie erwartet
  • Oder Sie die monatlichen Raten für das neue Darlehen nicht bezahlen können.

Das Forward-Darlehen ist nämlich ein rechtsgültiger Kreditvertrag, den Sie einhalten müssen. Sie haben nur die Möglichkeit mit einer Entschädigungszahlung aus dem Vertrag auszuscheiden. Auch das Risiko des Arbeitsplatzverlustes, einer Scheidung o. Ä. sollten Sie bedenken. In der Regel bietet das Forward-Darlehen jedoch großes Einsparpotential. Aufgrund der hohen Darlehenssummen bedeuten schon einige Prozentpunkte weniger, die Sie sich mit einem Forward-Darlehen gesichert haben, eine Ersparnis von mehreren tausend Euro. Mit unserer Expertise beraten wir Sie natürlich umfassend, ob sich solch eine Anschlussfinanzierung für Sie lohnt.

Prolongation: dem bisherigen Kreditgeber treu bleiben

Prolongation ist der Fachausdruck für die Verlängerung des Kreditvertrages. Diese Form der Anschlussfinanzierung wird Ihnen von Ihrem bisherigen Kreditgeber bis spätestens drei Monate vor dem Ende der Zinsbindungsfrist angeboten. Dabei werden die Konditionen jedoch geringfügig verändert und den aktuellen Marktgegebenheiten angepasst. Die Vorteile liegen dabei auf der Hand:

  • Bequem und einfach
  • Bonität muss häufig nicht erneut geprüft werden
  • Grundschuld muss nicht übertragen werden

Allerdings hat die Prolongation die Kehrseite, dass meist nicht die günstigsten Konditionen mit einer Verlängerung des Kreditvertrags einhergehen. Auch hier besteht zwar etwas Verhandlungsspielraum. Allerdings bietet ein Vergleich der Anschlussfinanzierung von verschiedenen Kreditinstituten oft günstigere Alternativen.

Günstige Konditionen dank einer Umschuldung erhalten

Eine Umschuldung können Sie entweder nach dem Ende der Zinsbindung oder dank des Sonderkündigungsrechts gemäß § 489 BGB nach 10 Jahren vornehmen. Ihnen wird dann trotz des vorzeitigen Wechsels keine Vorfälligkeitsentschädigung berechnet. Dabei kann eine Umschuldung den Vorteil günstigerer Konditionen bieten. Wenn Sie sich 6 bis 12 Monate vor dem Ende der Zinsbindung um eine Umschuldung kümmern, haben Sie genügend Zeit, entsprechende Angebote einzuholen und zu vergleichen.

Beim Vergleich der neuen Anschlussfinanzierung stehen wir Ihnen natürlich zur Seite. Allerdings besteht neben dem zusätzlichen Aufwand noch ein weiterer Nachteil: Gebühren für die Übertragung der Grundschuld und den Notar. Mit einem Zinssatz, der für die Anschlussfinanzierung einige tausend Euro an Ersparnis einbringt, haben Sie diese zusätzlichen Kosten allerdings schnell wieder wettgemacht.

Welches in Ihrem Fall die beste Alternative darstellt, ist individuell zu klären. Dafür stehen wir Ihnen mit unserem Know-how zur Seite. Hier können Sie sich mit uns in Verbindung zu setzen. Wir gehen auf Ihre persönliche Situation ein und finden gemeinsam mit Ihnen die beste und günstigste Lösung der Anschlussfinanzierung.