Ratgeber Baufinanzierung

Anschlussfinanzierung: Schützen Sie sich rechtzeitig vor Zinserhöhungen

Immobilienfinanzierungen weisen eine unterschiedlich lange Zinsbindung auf. Die Zinsbindungsfrist läuft in vielen Fällen nach 10 oder 20 Jahren aus, so dass meist eine nicht vernachlässigbare Restschuld übrig bleibt. Sinnvoll ist es, sich rechtzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen, womit die Chance steigt, dass Sie sich eine günstige Anschlussfinanzierung sichern können.

Was ist eine Anschlussfinanzierung?

Eine Anschlussfinanzierung wird genutzt, um die Restschuld der ursprünglichen Baufinanzierung zu begleichen. Die Zinsbindung reicht in der Regel nicht aus, um den gesamten Kredit zurückzubezahlen. Mit einer Anschlussfinanzierung wird also ein neuer Kredit aufgenommen. Dieser Kredit wird genutzt, wenn die Zinsbindungsfrist der Baufinanzierung abgelaufen und eine Restschuld zu tilgen ist.

Frühzeitige Planung spart Geld und Nerven

Die Bank, mit der Sie die Baufinanzierung vereinbart haben, ist dazu verpflichtet, spätestens drei  Monate bevor die Zinsbindung ausläuft, Ihnen eine Anschlussfinanzierung anzubieten. Allerdings ist es sinnvoll, schon früher Angebote für eine Anschlussfinanzierung zu vergleichen. Zum einen sparen Sie dadurch Geld, weil Sie sich die besten Konditionen sichern können. Zum anderen sparen Sie auch Nerven, weil Sie nicht kurz vor knapp schnell noch eine Anschlussfinanzierung eingehen müssen.

Mit unserer professionellen Beratung können wir Ihnen ein individuell passendes Angebot machen, dass sich an den aktuellen Marktgegebenheiten orientiert. Dabei gibt es quasi drei Zeitfenster, in denen sich ein Vergleich bei der Anschlussfinanzierung lohnt:

  • 10 Jahre nach der Auszahlung der Baufinanzierung:
    Bei einem Kredit mit einer Zinsbindung von mehr als 10 Jahren haben Sie die Möglichkeit, das Sonderkündigungsrecht nach § 489 BGB zu nutzen. Sie können das bestehende Darlehen dann mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten kündigen und zurückzahlen. Eine Anschlussfinanzierung ist dann sinnvoll, wenn diese mit niedrigeren Zinsen verbunden ist.
  • 5 Jahre vor dem Ende der Zinsbindung:

Läuft die Zinsbindung Ihrer Baufinanzierung in 5 Jahren ab, sollten Sie einen Blick auf die möglichen Zinsen einer Anschlussfinanzierung werfen. Mit einem Forward-Darlehen können Sie sich aktuell bis zu 66 Monate im Voraus Zinsen sichern. Wenn in den nächsten Jahren mit steigenden Zinsen zu rechnen ist, können Sie sich mit dem Forward-Darlehen frühzeitig eine günstige Anschlussfinanzierung sichern.

  • 12 Monate vor dem Ende der Zinsbindung:

Endet die Zinsbindung Ihrer Baufinanzierung innerhalb der nächsten 12 Monate, sollten Sie sich um eine Anschlussfinanzierung kümmern. So haben Sie genügend Zeit, sich verschiedene Angebote einzuholen und zu vergleichen.

Je nachdem, für welchen Zeitraum die Zinsbindung festgelegt ist, müssen Sie für eine Baufinanzierung eine oder mehrere Anschlussfinanzierungen umsetzen. Dabei ist jedoch die erste Anschlussfinanzierung die wichtigste, da hier die Restschuld oft noch relativ hoch ist. Somit wirkt sich die Höhe des Zinssatzes besonders stark aus. Das liegt daran, dass beim Annuitätendarlehen der Tilgungsanteil mit fortschreitender Dauer ansteigt. Die niedrigeren Zinsen, die Sie zahlen müssen, ermöglichen einen größeren Tilgungsanteil bei gleichbleibender Monatsrate.

Aktuelle Lebenssituation für die Anschlussfinanzierung berücksichtigen

Innerhalb der ersten 10 oder 20 Jahre nach dem Abschluss der Baufinanzierung wird sich in der Regel einiges geändert haben. Die familiäre sowie die berufliche Situation weisen nun deutliche Veränderungen auf, so dass sich auch die finanzielle Ausgangslage unterschiedlich darstellt. Daher sollten Sie bei einer Anschlussfinanzierung auch alle neuen Umstände einfließen lassen. Durch eine andere Gehaltsstufe oder dem Auszug der Kinder könnte Ihnen beispielsweise mehr Geld zur Verfügung stehen, so dass Sie die Restschuld mit einem neuen Darlehen schneller zurückzahlen können.

Tilgungssatz und Zinssatz bei der Anschlussfinanzierung

Daher sollten Sie vor allem dem Tilgungssatz eine größere Beachtung schenken. Steht Ihnen mehr Geld zur Verfügung, können Sie den Tilgungssatz bei der Anschlussfinanzierung erhöhen und somit die gesamte Zinsbelastung deutlich senken. Selbstverständlich müssen Sie aber auch den neuen Zinssatz beachten. In einer Niedrigzinsphase, wie wir sie aktuell erleben, ist eine Anschlussfinanzierung natürlich besonders günstig.

Mittel- bis langfristig ist aber mit steigenden Zinsen zu rechnen, so dass Sie entsprechend eine erneut lange Zinsbindung festlegen sollten. In Zeiten mit hohen Zinsen ist logischerweise eine kurze Zinsbindung sinnvoll, so dass eine erneute Anschlussfinanzierung in der Zukunft mit niedrigeren Zinsen möglich ist.

Ein weiteres, probates Mittel zur Senkung der gesamten Zinsbelastung – und damit der gesamten Kreditkosten – sind Sondertilgungen, welche viele Kreditinstitute kostenlos oder gegen einen geringen Zinsaufschlag anbieten. Haben Sie durch zusätzliches Sparen oder unvorhergesehene Einnahmen zusätzliches Kapital übrig, können Sie dies für die Tilgung nutzen.

Wie erhalte ich die günstigste Anschlussfinanzierung?

Die beste – und damit günstigste – Anschlussfinanzierung ist je nach persönlicher Situation und aktueller Marktlage verschieden. Für Privatpersonen, die sich selten in diesem Metier bewegen, ist ein Vergleich der Anschlussfinanzierung mit Berücksichtigung aller Variablen und Vertragsmodalitäten schwerlich möglich. Als Experten im Bereich der Immobilienfinanzierung stehen wir Ihnen daher auch bei den verschiedenen Formen der Anschlussfinanzierung mit Rat und Tat zur Seite.

Mit Ihnen zusammen betrachten wir Ihre individuelle Situation und entwickeln die beste Finanzierungsstrategie. Daraufhin verhandeln wir mit unseren Partnern die für Sie beste Anschlussfinanzierung. Unser Service ist kostenlos und unverbindlich. Sie gehen also keinerlei Risiko ein. Nehmen Sie jetzt mit uns Kontakt auf und wir beraten Sie ausführlich zum Thema Anschlussfinanzierung.

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